Jenseits von Löschen und Blockieren

Moderationsstrategien zur Förderung konstruktiver Online-DiskussionenLink zur Session

Die Moderation online geführter Diskussionen sollte sich nicht auf das Entfernen problematischer Inhalte beschränken. Denn Strategien der pro- und interaktiven Moderation können die Qualität von Online-Diskussionen stärken. Das Panel widmet sich der Frage, wie eine solche qualitätsfördernde Moderation im Kontext von Bürger*innenbeteiligungsverfahren eingesetzt werden kann.

Die Moderation online geführter Diskussionen wird immer wichtiger. Dabei stehen im Fokus der politischen Diskussion insbesondere die rechtlichen Pflichten von Plattformbetreibern, beispielsweise zur Entfernung strafrechtlich relevanter Inhalte. Das Panel eröffnet in Hinblick auf Ziel und Mittel von Online-Moderation zwei darüber hinausgehende Perspektiven.

Erstens kann und sollte die Zielsetzung der Moderation nicht auf die Vermeidung strafrechtlich relevanter Inhalte beschränkt sein, sondern auch die Förderung der Qualität von Online-Diskussionen umfassen. Beispielsweise lassen sich Qualitätskriterien wie Rationalität, Reziprozität und Zivilität demokratietheoretisch begründen.

Zweitens beschränkt sich das Instrumentarium von Moderation nicht auf das reaktive Löschen problematischer Inhalte, sondern umfasst auch die pro- und interaktive Moderation. So kann die Moderation beispielsweise gegenseitige Bezugnahmen der Diskursteilnehmenden durch Anerkennung unterstützen und inzivilen Umgang durch Ermahnung und Verweis auf die Netiquette regulieren.

Das Panel widmet sich der Frage, wie eine solche qualitätsfördernde Moderation im Kontext von Bürgerbeteiligungsverfahren eingesetzt werden kann. Befragt werden wissenschaftliche, technische sowie Perspektiven aus der Praxis.

Panel-Teilnehmer*innen:

Dominique Heinbach (wissenschaftliche Mitarbeiterin „Deliberative Diskussionen im Social Web“)

Jonathan Seim (wissenschaftlicher Mitarbeiter DIID)

Lena Wilms (wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIID; Forschungsprojekt KOSMO)

Marie-Kathrin Siemer (Vorstandsvorsitzende Liquid Democracy e.V.)

Sarah Fröhlingsdorf (Forschungsreferentin am Deutschen Forschungsinstitut für Öffentliche Verwaltung)

Session-Partner: Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Mi 11:00 - 11:45
100 max
PANEL