Mini-Publics und die breite Öffentlichkeit

Wie profitieren beide voneinander?Link zur Session

"Yeah, wir sind in der Tagesschau" Der Bürgerrat Demokratie hat 2019 geschafft, wovon viele träumen. Und trotzdem: Wie viele Bürger*innen konnten damals sagen, was der Bürgerrat Demokratie ist? Vielleicht 0,001%, also 8.000 Menschen? Ohne Öffentlichkeit und gesellschaftliches Ownership werden Bürgerräte und andere Mini-Publics unsere Demokratiekrise kaum lösen können. Dieses Panel diskutiert daher die bisherigen Erfahrungen und wie wir Mini-Publics und breite Öffentlichkeit in Zukunft besser verbinden können.

Mini-Publics wie Bürgerforen, Bürgerräte oder die EU Citizen Panel im Rahmen der Konferenz zur Zukunft Europas erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Aus der informierten Bürgerdeliberation entstehen konkrete, anschlussfähige Empfehlungen für die Politik, die meistens einen breiten gesellschaftlichen Konsens widerspiegeln. Aber: Nur wenige Bürger:innen werden für eine Teilnahme ausgelost, und in unserer modernen und vielschichtigen Mediengesellschaft gehen die Verfahren und ihre Ergebnisse meistens unter.

Wenn die Mini-Publics langfristig erfolgreich sein sollen, brauchen sie nicht nur strukturierte und verbindliche Verfahren, wie die Empfehlungen in den politischen Entscheidungsprozess einfließen, sondern müssen zusätzlich von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und als legitim empfunden werden. Menschen, die nicht teilnehmen, müssen sich im Deliberationsverfahren wiederfinden können. Wie verbinden wir Mini-Publics gut mit der breiten Öffentlichkeit? Wie können alle Bürger:innen sich sinnvoll an Bürgerräten und Co. beteiligen, und wie können die Verfahren und ihre Ergebnisse breiter kommuniziert werden?

Für die Konferenz zur Zukunft Europas wurde eine multilinguale digitale Plattform eingerichtet, die die Beteiligung aller Menschen in Europa ermöglichen sollte; beim Bürgerrat Demokratie gab es sechs vorbereitende Regionalkonferenzen; beim NRW-Bürgerdialog zur Zukunft Europas im Rahmen der Konferenz zur Zukunft Europas hat eine Online-Beteiligung die Ideen der Menschen aus NRW gesammelt und bewerten lassen.

Auf dem Panel werden diese verschiedenen und weitere Erfahrungen diskutiert. Gemeinsam mit dem Publikum werden Ideen gesammelt und Antworten auf die Ausgangsfrage gewagt: Mini-Publics und die breite Öffentlichkeit - wie profitieren beide voneinander?

Panelist*innen:

Anna Renkamp (Senior Project Manager, Bertelsmann Stiftung)

Sarah Delahaye (Geschäftsführerin Make.org)

Jacob Birkenhäger (Geschäftsfeldleiter Deliberation, Open Government und Demokratie bei ifok)

Antoine Vergne (Kodirektor von Missions Publiques)

Jana Peters (Senior Beraterin bei ifok)

Session-Partner: ifok GmbH
Di 17:00 - 17:45
100 max
PANEL