Wie finden wir in digitalen Verfahren die besten Alternativen?
Argumentieren. Punkten. Bewertungswahl. Nutzwertvergleich. Los.
Erstaunlich oft wird das aus der Kleingruppen-Moderation stammende Punkten genutzt. So erhalten die Beteiligten in vielen Online-Dialogen beispielsweise 5 Punkte, die sie auf bis zu 50 Vorschläge verteilen dürfen. Die Alternativen mit den meisten Punkten werden dann umgesetzt. Aus informationstheoretischer Sicht ist dieses Vorgehen sehr unbefriedigend, da wir weder wissen, wie stark die Zustimmung ist noch welche Meinung die Beteiligten zu den Alternativen haben. Die Bewertungswahl bietet hier mehr. Bei ihr kann jede Person jeden Vorschlag zum Beispiel mit der Note 1 bis 6 bewerten. Das liefert wesentlich mehr Informationen über die Präferenzen der Beteiligten und so ein realistischeres Ergebnis. Nutzwertvergleiche ermöglichen überdies die Berücksichtigung differenzierter Werte und den objektivierenden Einsatz messbarer Indikatoren. Fehlen relevante Unterschiede, dann sollte auch das Los in Erwägung gezogen werden.
Referent:
- Volker Vorwerk, buergerwissen