Scroll, Share, Surrender
Warum wir bei Instagram, TikTok & Co. bleiben, obwohl wir es besser wissen
Wie frei ist unser digitaler Kommunikationsraum, wenn seine grundlegenden Infrastrukturen von wenigen, außereuropäischen Plattformkonzernen kontrolliert werden? Algorithmen prägen Meinungen, Plattformen beeinflussen politische Debatten und Aufmerksamkeit ist zur zentralen Währung digitaler Öffentlichkeit geworden. Politische Regulierungen wie DSA, DMA oder das NetzDG setzen wichtige Rahmenbedingungen, adressieren jedoch häufig die Folgen dieser Entwicklung und weniger die strukturellen Abhängigkeiten des heutigen Social-Media-Ökosystems.
Der Vortrag nimmt diese Machtverhältnisse in den Blick und zeigt, welche Alternativen zu den etablierten Plattformen bereits existieren. Gleichzeitig stellt er Ergebnisse repräsentativer Befragungen von Nutzer*innen sozialer Netzwerke und Messengerdienste vor. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach dem Problembewusstsein der Nutzer*innen, ihrem Umgang mit den Risiken digitaler Plattformen und den Faktoren, die einen Wechsel zu alternativen Angeboten fördern oder verhindern.
Anhand der Studienergebnisse wird diskutiert, warum Problembewusstsein allein häufig nicht ausreicht, um Nutzungsverhalten zu verändern, und welche Rolle Netzwerkeffekte, Benutzerfreundlichkeit, Interoperabilität und Governance dabei spielen. Der Vortrag eröffnet damit eine Perspektive auf die Frage, wie ein offeneres, demokratischeres und resilienteres digitales Kommunikationsökosystem entstehen kann.
Referentinnen: