Die Sessions 2026

In 30 verschiedenen Sessions informieren erfahrene Vortragende aus Theorie und Praxis, aus Politik, Wissenschaft und Medien über unterschiedliche Aspekte des Kongress-Themas. Hier veröffentlichen wir nach und nach die fest eingeplanten Sessions:

In 60 Minuten zum Beteiligungsportal

Ob Verkehrsberuhigung, Quartiersentwicklung, Klimaanpassung oder die Umgestaltung des öffentlichen Raums – räumliche Planungsprozesse brauchen räumliche Beteiligung. Gleichzeitig stoßen Kommunen und Planungsbüros bei steigenden Anforderungen an Inklusion, Mehrsprachigkeit und Dokumentation häufig an personelle und organisatorische Grenzen. Digitale Werkzeuge können dabei unterstützen, Beteiligungsprozesse einfacher und effizienter zu gestalten.

In diesem Workshop zeigt Pascal Fuhr, wie sich digitale Beteiligungsplattformen für räumliche Beteiligungsprozesse schnell und praxisnah erstellen lassen. Die Teilnehmenden entwickeln Schritt für Schritt eine eigene Beteiligungsplattform für ein selbst gewähltes Projekt und lernen dabei die zentralen Funktionen und Einsatzmöglichkeiten des Tools kennen.

Am Ende des Workshops verfügen die Teilnehmenden über einen eigenen Senf-Zugang sowie eine einsatzbereite Beteiligungsplattform. Darüber hinaus erhalten sie Einblicke in die Möglichkeiten digitaler Beteiligung und Informationen zu Themen wie Datenschutz, DSGVO und dem Einsatz von KI in Beteiligungsprozessen.

 

Referent:

So sieht digitale Beteiligung 2027 aus

Wie muss digitale Beteiligung gestaltet sein, damit sie unter den Bedingungen von 2027 noch funktioniert? Kommunen stehen heute stärker unter Druck als noch vor einem Jahr. Haushaltslagen verschärfen sich, Ressourcen werden knapper und gleichzeitig steigen die Erwartungen an Geschwindigkeit, Transparenz und Beteiligung. Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf die Gestaltung von Beteiligungsprozessen?

Im Workshop stellen wir aktuelle Trends und Erkenntnisse zur digitalen Beteiligung in Deutschland vor. Grundlage sind eigene Erfahrungen, Interviews mit Kommunen und Planungsbüros sowie die Ergebnisse einer Befragung von mehr als 500 Bürger*innen. Daraus entsteht ein aktuelles Bild davon, welche Erwartungen Bürger*innen an Beteiligung haben, wie sich Informations- und Beteiligungsverhalten verändert und welche Auswirkungen Haushaltsdruck und Personalmangel auf Beteiligungsprozesse haben.

Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf technologische Entwicklungen im Bereich der digitalen Beteiligung und zeigen, welche Anforderungen Kommunen heute an digitale Beteiligung formulieren. Die Teilnehmenden erhalten einen Einblick, welche Entwicklungen sich bereits heute abzeichnen und welche Ansätze sich daraus für eine praxistaugliche Umsetzung ableiten lassen.

 

Referent:

Zukunftskompetenz KI

Wie können junge Menschen die Zusammenhänge zwischen Künstlicher Intelligenz und Demokratie besser verstehen? Für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es bislang nur wenige Materialien, die beide Themen praxisnah miteinander verbinden. Aus diesem Bedarf heraus ist eine Online-Fortbildungsreihe für pädagogische Fachkräfte entstanden.

In diesem Workshop stellen wir die Entwicklung des Projekts vor – von der ersten Idee über die Fördermittelakquise bis hin zum fertigen Weiterbildungskonzept. Die Fortbildungsreihe richtet sich sowohl an schulische als auch an außerschulische pädagogische Fachkräfte und vermittelt praxisnahe Ansätze, um die Wechselwirkungen von KI und Demokratie in der Bildungsarbeit zu thematisieren. Dabei geben wir Einblicke in die Inhalte, didaktischen Überlegungen und Erfahrungen aus der Projektentwicklung.

Der Workshop möchte zugleich den Austausch über Bildungsangebote an der Schnittstelle von KI und Demokratie anregen. Wir zeigen, wie aus einer konkreten Bedarfslage ein eigenes Bildungsformat entstanden ist, und möchten andere ermutigen, bestehende Lücken in der Bildungslandschaft selbst aufzugreifen und neue Formate zu entwickeln.

 

Referentinnen:

Beteiligung mit KI auswerten

Digitale Beteiligungsprozesse bringen häufig tausende Beiträge hervor – ihre systematische Auswertung bleibt jedoch eine große Herausforderung. Genau hier setzt DIPAS_analytics an: Das KI-gestützte Auswertungstool strukturiert große Mengen an Bürgerfeedback, bündelt Themen und macht Ergebnisse für Planung und Politik übersichtlich und nutzbar.

Der Vortrag zeigt, wie sich die Vielzahl eingehender Beiträge mithilfe von KI effizient auswerten lässt, ohne die fachliche Bewertung aus der Hand zu geben. Die KI unterstützt bei der Strukturierung und Aufbereitung der Ergebnisse, während die Einordnung und Entscheidung weiterhin bei den verantwortlichen Mitarbeitenden bleiben.

Am Beispiel von DIPAS_analytics wird erläutert, wie ein souveräner und transparenter Einsatz von KI in der Verwaltung gestaltet werden kann. Das in der Hamburger Verwaltung entwickelte Open-Source-Tool setzt auf nachvollziehbare Methoden sowie transparente und austauschbare große Sprachmodelle. Zudem werden Anforderungen des EU AI Act und Erkenntnisse aus Ethik-Audits berücksichtigt, um Nachvollziehbarkeit, Prüfbarkeit und einen verantwortungsvollen Einsatz von KI sicherzustellen.

 

Referentin:

Scroll, Share, Surrender

Wie frei ist unser digitaler Kommunikationsraum, wenn seine grundlegenden Infrastrukturen von wenigen, außereuropäischen Plattformkonzernen kontrolliert werden? Algorithmen prägen Meinungen, Plattformen beeinflussen politische Debatten und Aufmerksamkeit ist zur zentralen Währung digitaler Öffentlichkeit geworden. Politische Regulierungen wie DSA, DMA oder das NetzDG setzen wichtige Rahmenbedingungen, adressieren jedoch häufig die Folgen dieser Entwicklung und weniger die strukturellen Abhängigkeiten des heutigen Social-Media-Ökosystems.

Der Vortrag nimmt diese Machtverhältnisse in den Blick und zeigt, welche Alternativen zu den etablierten Plattformen bereits existieren. Gleichzeitig stellt er Ergebnisse repräsentativer Befragungen von Nutzer*innen sozialer Netzwerke und Messengerdienste vor. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach dem Problembewusstsein der Nutzer*innen, ihrem Umgang mit den Risiken digitaler Plattformen und den Faktoren, die einen Wechsel zu alternativen Angeboten fördern oder verhindern.

Anhand der Studienergebnisse wird diskutiert, warum Problembewusstsein allein häufig nicht ausreicht, um Nutzungsverhalten zu verändern, und welche Rolle Netzwerkeffekte, Benutzerfreundlichkeit, Interoperabilität und Governance dabei spielen. Der Vortrag eröffnet damit eine Perspektive auf die Frage, wie ein offeneres, demokratischeres und resilienteres digitales Kommunikationsökosystem entstehen kann.

Referentinnen:

Das Lokale im Digitalen

Lokale Information findet heute überwiegend auf Plattformen statt, die weder lokal sind noch demokratisch kontrolliert werden. Algorithmen von Facebook, TikTok oder X entscheiden darüber, welche Informationen aus Rathaus, Vereinsleben oder Nachbarschaft sichtbar werden. Gleichzeitig stellen Desinformation, Hassrede und Filterblasen Kommunen vor neue Herausforderungen. Braucht es deshalb eigene digitale Räume für lokale Öffentlichkeit – und gehören diese künftig zur kommunalen Daseinsvorsorge?

Der Vortrag stellt erste Pilotkommunen vor, die neue Ansätze für eine kommunale digitale Kommunikationsinfrastruktur erproben. Anhand dieser Beispiele wird gezeigt, wie ein neutraler digitaler Ort für Information, Austausch und lokale Öffentlichkeit aufgebaut und betrieben werden kann und welche Anforderungen sich dabei an Organisation, Moderation und Governance stellen.

Ziel des Vortrags ist es, Einblicke in aktuelle Praxisansätze zu geben und die Frage zu beleuchten, welche Rolle Kommunen künftig bei der Gestaltung digitaler Öffentlichkeiten übernehmen können. Dabei wird diskutiert, welche Chancen eine kommunale Kommunikationsinfrastruktur bietet und welche Herausforderungen mit ihrer Umsetzung verbunden sind.

 

Referenten:

Wie KI Beteiligung verändern kann

Wie können Städte und Gemeinden trotz begrenzter Ressourcen wirkungsvolle Bürgerbeteiligungsprozesse gestalten? Gerade kleinere Kommunen stehen häufig vor der Herausforderung, Beteiligungsvorhaben mit begrenzter Zeit, personellen Kapazitäten und fachlichen Ressourcen zu planen und umzusetzen. Digitale Werkzeuge können dabei unterstützen, Prozesse effizient zu strukturieren und den Einstieg in die Beteiligungsplanung zu erleichtern.

In diesem Workshop stellen wir ein neues, kostenfreies KI-Tool vor, das speziell für Verwaltungsmitarbeitende entwickelt wurde. Auf Basis eines kuratierten Wissenspools unterstützt es Kommunen dabei, Beteiligungsvorhaben strukturiert zu planen und an die jeweiligen lokalen Rahmenbedingungen anzupassen – von der ersten Idee bis zur konkreten Umsetzung.

Im Mittelpunkt steht das praktische Ausprobieren: Die Teilnehmenden lernen die zentralen Funktionen des Tools kennen, testen es anhand eigener Fragestellungen und geben Feedback zu Benutzerfreundlichkeit, Praxistauglichkeit und Weiterentwicklung. So bietet der Workshop die Möglichkeit, ein neues digitales Werkzeug kennenzulernen und seine Entwicklung aktiv mitzugestalten.

 

Referentinnen:

Prompting for Democracy

Generative KI ist längst Teil unseres Alltags. Ob bei der Recherche, der Erstellung von Texten oder der Überarbeitung von Dokumenten – die Technologie wird in vielen Bereichen selbstverständlich genutzt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie generative KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann und welche Haltung wir als Gesellschaft gegenüber ihrem Einsatz entwickeln sollten.

Ausgangspunkt des Workshops sind die von AlgorithmWatch entwickelten Richtlinien für eine verantwortungsvolle Nutzung generativer KI. Sie bieten Orientierung für den Einsatz im politischen und zivilgesellschaftlichen Arbeitsumfeld und formulieren grundlegende Prinzipien für einen kritisch-konstruktiven Umgang mit der Technologie. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, welche Chancen generative KI eröffnet, welche Risiken mit ihrer Nutzung verbunden sind und unter welchen Bedingungen ihr Einsatz sinnvoll ist.

Nach einer kurzen Einführung in die Richtlinien arbeiten die Teilnehmenden anhand konkreter Fallbeispiele und diskutieren, wie sich die Prinzipien in der Praxis anwenden lassen. Ziel des Workshops ist es, Anregungen für den verantwortungsvollen Einsatz generativer KI im eigenen Arbeitskontext zu entwickeln und Orientierung für den Umgang mit der Technologie zu gewinnen.

Referentin:

Wie Algorithmen Meinungsbildung prägen

Wie entstehen Meinungen im digitalen Raum – und welche Rolle spielen Algorithmen dabei? Soziale Medien und Künstliche Intelligenz prägen zunehmend, welche Informationen wir wahrnehmen, wie Inhalte verbreitet werden und welche Themen öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Doch wie lassen sich diese komplexen Zusammenhänge verständlich und praxisnah vermitteln?

Die Session stellt das kostenlose Serious Game THE FEED vor und zeigt, wie sich die Mechanismen sozialer Medien, algorithmischer Empfehlungssysteme und digitaler Meinungsbildung spielerisch erfahrbar machen lassen. Im Spiel übernehmen Jugendliche die Perspektive eines Social-Media-Unternehmens und entscheiden selbst, welche Inhalte Nutzer*innen sehen. So wird erlebbar, wie algorithmische Logiken Aufmerksamkeit lenken, Emotionen verstärken und gesellschaftliche Diskurse beeinflussen.

Der Vortrag gibt Einblicke in die Konzeption, die Einsatzmöglichkeiten und erste Praxiserfahrungen mit THE FEED. Anhand des Spiels wird aufgezeigt, welchen Beitrag Serious Games zur Demokratiebildung leisten können, indem sie komplexe Zusammenhänge erfahrbar machen, Perspektivwechsel ermöglichen und zur Reflexion des eigenen Medienhandelns anregen. So eröffnet die Session einen praxisnahen Blick auf innovative Ansätze zur Förderung von Medienkompetenz und digitaler Resilienz.

Referentinnen:

Online wählen und entscheiden

Digitale Abstimmungen und Entscheidungsverfahren sind fester Bestandteil vieler Beteiligungsprozesse. Ob zur Priorisierung von Ideen, für Meinungsbilder oder zur Entscheidungsfindung – für unterschiedliche Anforderungen stehen heute zahlreiche digitale Werkzeuge zur Verfügung. Gleichzeitig fällt es oft schwer, den Überblick über die verschiedenen Angebote und ihre Einsatzmöglichkeiten zu behalten.

Der Vortrag gibt einen kompakten Überblick über kostenlose Tools für digitale Abstimmungen und Entscheidungsverfahren im Kontext von Bürgerbeteiligung. Vorgestellt werden Anwendungen für unterschiedliche Beteiligungsformate – von einfachen Umfragen über Priorisierungsverfahren bis hin zu digitalen Abstimmungs- und Wahltools. Dabei werden die jeweiligen Funktionen, Einsatzmöglichkeiten und Besonderheiten der einzelnen Werkzeuge vorgestellt.

Die Teilnehmenden lernen verschiedene Anwendungen kennen und erhalten Orientierung darüber, welche Werkzeuge für unterschiedliche Anforderungen in Beteiligungsprozessen zur Verfügung stehen.

Referent:

Digitales Scheitern

Digitale Bürgerbeteiligung gilt oft als schneller, einfacher und niedrigschwelliger als analoge Formate. Doch die Praxis zeigt: Digitale Beteiligung ist kein Selbstläufer. Nicht jedes digitale Verfahren erreicht die gewünschten Zielgruppen, schafft Vertrauen oder führt zu besseren Entscheidungen. Häufig scheitern Beteiligungsprozesse nicht an der Technik, sondern an falschen Erwartungen, unklaren Zielen oder ungeeigneten Rahmenbedingungen.

Der Vortrag wirft einen kritischen Blick auf die Ursachen digitalen Scheiterns. Anhand der Beteiligungspraxis werden typische Stolpersteine beleuchtet – von der Auswahl ungeeigneter Formate über fehlende Transparenz und Kommunikation bis hin zu unrealistischen Erwartungen an digitale Werkzeuge. Dabei geht es nicht darum, digitale Beteiligung grundsätzlich infrage zu stellen, sondern ihre Grenzen ebenso ernst zu nehmen wie ihre Potenziale.

Ziel des Vortrags ist es, ein realistischeres Verständnis dafür zu vermitteln, unter welchen Voraussetzungen digitale Bürgerbeteiligung gelingen kann. Die Session zeigt auf, welche Lehren sich aus digitalen Beteiligungsprozessen ziehen lassen.

Referent:

Widerstand lesen lernen

Entscheidungen werden häufig nach Zustimmung getroffen – doch oft steckt der größte Erkenntnisgewinn im Widerstand. Systemisches Konsensieren verfolgt einen anderen Ansatz: Statt ausschließlich nach Mehrheiten zu suchen, werden Einwände und Widerstände sichtbar gemacht und als wertvolle Information für die Entscheidungsfindung genutzt. Gerade in digitalen Beteiligungsprozessen eröffnet dies neue Möglichkeiten, unterschiedliche Perspektiven systematisch einzubeziehen.

Der Vortrag stellt das Verfahren des Systemischen Konsensierens und seine Einsatzmöglichkeiten in der Bürgerbeteiligung vor. Es wird gezeigt, wie sich Widerstände erfassen, sichtbar machen und für tragfähigere Entscheidungen nutzen lassen. Dabei wird insbesondere auf die Potenziale digitaler Werkzeuge eingegangen, die den Einsatz der Methode in Beteiligungsprozessen unterstützen können.

Anhand von Anwendungsbeispielen wird erläutert, welche Chancen das Systemische Konsensieren für Beteiligungsverfahren bietet und in welchen Kontexten der Einsatz sinnvoll ist. Ein kostenloses digitales Tool dafür wird ausführlich vorgestellt.

Referent:

Ende der Demokratieförderung?

Was bedeutet die beabsichtigte grundlegende Reform des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ für Demokratieförderung und Beteiligung vor Ort? Das Programm hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte, Netzwerke und lokale Partnerschaften ermöglicht. Die geplante Neuausrichtung wirft grundlegende Fragen nach der Zukunft von Demokratieförderung, zivilgesellschaftlichem Engagement und nachhaltigen Förderstrukturen auf.

Der Workshop gibt einen Überblick über die aktuelle Situation und beleuchtet die Herausforderungen und Perspektiven, die sich für Kommunen, Zivilgesellschaft und Projektträger ergeben. Im Mittelpunkt stehen die Folgen für bestehende Strukturen, mögliche Entwicklungsszenarien sowie die Frage, wie Demokratieförderung auch unter veränderten Rahmenbedingungen gestaltet werden kann.

Im gemeinsamen Austausch diskutieren die Teilnehmenden Erfahrungen, Erwartungen und Handlungsoptionen für die Zukunft. Ziel des Workshops ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und Impulse für den weiteren Umgang mit den Veränderungen in der Demokratieförderung zu entwickeln.

Referent:

Trends der digitalen Demokratie

Digitale Technologien, Künstliche Intelligenz und gesellschaftliche Veränderungen verändern die Art, wie Menschen kommunizieren, sich informieren und an demokratischen Prozessen teilnehmen. Ein Blick auf mögliche Zukunftsszenarien hilft dabei, Chancen, Risiken und Handlungsoptionen frühzeitig sichtbar zu machen.

Mit dieser Session eröffnen wir den D³ Kongress und richten den Blick auf mögliche Zukünfte der digitalen Demokratie. Ausgangspunkt sind zentrale Trends sowie ausgewählte Zukunftsszenarien, die im Rahmen eines Strategic-Foresight-Prozesses zur Zukunft digitaler Diskurse und demokratischer Öffentlichkeit entwickelt wurden. Die Szenarien verstehen sich nicht als Prognosen, sondern als plausible Zukunftsbilder, die helfen, unterschiedliche Entwicklungen besser einzuordnen und heutige Entscheidungen aus einer Zukunftsperspektive zu betrachten.

Im Szenario-Workshop werden die Teilnehmenden selbst aktiv. Gemeinsam reflektieren sie die vorgestellten Zukunftsbilder, entwickeln sie weiter und diskutieren, welche Konsequenzen sich daraus für Bürgerbeteiligung, Verwaltung und Zivilgesellschaft ergeben. So setzt die Eröffnungssession den thematischen Rahmen für die Diskussionen des gesamten D³ Kongresses.

Referenten:

Deliberation in Zeiten von KI

Künstliche Intelligenz verändert, wie wir kommunizieren, abwägen und Entscheidungen treffen – auch in der Bürgerbeteiligung. Doch was bedeutet das konkret für Partizipationsprozesse? Welche Chancen eröffnet KI für die Gestaltung und Durchführung von Beteiligungsverfahren, und wo entstehen neue Herausforderungen für die Qualität demokratischer Teilhabe?

In diesem Workshop beleuchten wir, wie KI Beteiligungsprozesse bereits heute prägt und welche Entwicklungen sich für die Zukunft abzeichnen. Ein praxisnaher Einblick anhand eines konkreten Anwendungsbeispiels zeigt, wie KI in realen Beteiligungskontexten eingesetzt wird und welche Erfahrungen dabei gesammelt wurden. Dabei werden sowohl Potenziale als auch Grenzen und Herausforderungen des KI-Einsatzes in den Blick genommen.

Im Mittelpunkt steht der gemeinsame Austausch über die Frage, wie KI verantwortungsvoll genutzt werden kann, um Beteiligung zu unterstützen und demokratische Prozesse zu stärken. Die Teilnehmenden sind eingeladen, eigene Erfahrungen, Erwartungen und Fragestellungen einzubringen. Ziel des Workshops ist es, Chancen und Risiken gemeinsam zu reflektieren und Anforderungen an einen verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Bürgerbeteiligung herauszuarbeiten.

Referentinnen:

Anonym und trotzdem wertvoll

In sozialen und zivilgesellschaftlichen Organisationen fallen täglich große Mengen an Daten an. Ob in der Online-Beratung, bei der Dokumentation von Aktivitäten oder in der Wirkungsmessung – häufig enthalten diese Daten personenbezogene Informationen. Gleichzeitig bleiben wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Angeboten oder Potenziale zur Automatisierung oft ungenutzt, weil Unsicherheiten im Umgang mit Datenschutz und DSGVO bestehen.

In diesem Workshop zeigen wir, wie personenbezogene Daten so anonymisiert werden können, dass Auswertungen möglich werden, ohne die Privatsphäre einzelner Personen zu gefährden. Nach einer verständlichen Einführung in die Grundlagen der Anonymisierung stellen wir verschiedene Ansätze vor und erläutern, wann Verfahren wie Aggregation, synthetische Daten, Differential Privacy oder Federated Learning sinnvoll eingesetzt werden können.

Dabei steht die Praxis im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen Werkzeuge und Materialien kennen, die im Civic Data Lab für den Einsatz in sozialen und zivilgesellschaftlichen Organisationen entwickelt wurden. Darüber hinaus bietet der Workshop Raum für Fragen, Anwendungsbeispiele und den Austausch über konkrete Herausforderungen im Umgang mit sensiblen Daten. Ziel ist es, einen niedrigschwelligen Einstieg in datenschutzkonforme Datennutzung zu ermöglichen und Unsicherheiten bei der praktischen Anwendung abzubauen.

Referent*innen:

KI zwischen Ermächtigung und neuer Abhängigkeit

KI verspricht, Bürgerbeteiligung zugänglicher, effizienter und inklusiver zu machen. Automatische Übersetzungen können Sprachbarrieren senken, Formulierungshilfen die Meinungsbildung unterstützen und KI-gestützte Auswertungen große Beteiligungsverfahren handhabbarer machen. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen: von algorithmischen Verzerrungen über intransparente Entscheidungslogiken bis hin zur Frage, ob am Ende Menschen oder Maschinen beteiligt werden.

Der Workshop nimmt diese Spannung ernst, statt sie aufzulösen. Nach einem kurzen Impuls zu Chancen und Fallstricken von KI im Beteiligungskontext arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen an konkreten Fragestellungen. Wo stärkt KI die Handlungsfähigkeit von Bürger*innen? Wo entstehen neue Abhängigkeiten? Wessen Interessen und Annahmen sind in den eingesetzten Technologien eingeschrieben? Und trägt KI dazu bei, bisher ausgeschlossene Gruppen besser zu erreichen, oder vergrößert sie bestehende digitale Ungleichheiten?

Als Praxisanker dienen Erfahrungen aus der kommunalen Beteiligungsarbeit, unter anderem mit KI-gestützten Funktionen zur Übersetzung, Zusammenfassung und Analyse von Bürgerbeiträgen. Gemeinsam diskutieren wir, wie KI verantwortungsvoll gestaltet und eingesetzt werden kann, um Beteiligung zu stärken, ohne demokratische Grundprinzipien aus dem Blick zu verlieren. Der Workshop richtet sich an Praktiker*innen aus Kommunen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, die KI nicht als Heilsversprechen, sondern als Gestaltungsaufgabe verstehen.

Referenten:

Schnelle KI, fragile Beteiligungskulturen

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Arbeitsprozesse in der Verwaltung – sie verändert auch die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger. Informationen sollen schneller verfügbar sein, Anliegen zügiger bearbeitet und Kommunikation dialogorientierter gestaltet werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Vertrauen in Verwaltung und Beteiligungsprozesse erhalten und gestärkt werden kann, wenn KI zunehmend Teil kommunalen Handelns wird.

Diese Entwicklungen treffen in Leipzig auf besondere Rahmenbedingungen. Als ostdeutsche Großstadt ist die Stadt von Erfahrungen geprägt, in denen Vertrauen gegenüber staatlichen Institutionen aktiv erarbeitet werden muss. Gleichzeitig stehen Verwaltung und Zivilgesellschaft vor Herausforderungen wie begrenzten Ressourcen, wachsender Komplexität und steigenden Erwartungen an Beteiligung und Service. KI kann dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten, erhöht aber zugleich den Druck auf eine Verwaltung, deren Handlungsspielräume nicht beliebig erweiterbar sind.

Die Session beleuchtet die Chancen, Risiken und Zielkonflikte des KI-Einsatzes in Bürgerbeteiligung und Engagementförderung. Gemeinsam diskutieren wir, wie KI Beteiligung stärken, Engagement unterstützen und Verwaltungshandeln transparenter machen kann, ohne neue Irritationen oder Vertrauensverluste zu erzeugen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Transparenz, Akzeptanz und den Voraussetzungen, unter denen KI einen Beitrag zu einer lebendigen Beteiligungskultur leisten kann.

Referent*innen:

Mehr Gemeinwohl bauen

Was kann der digitale Raum leisten, um gemeinschaftliche Immobilienprojekte im analogen Raum zu unterstützen? Gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung ist ein komplexer Prozess, der Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Kompetenzen zusammenbringt. Vereine, Initiativen und Organisationen entwickeln gemeinsam Projekte mit Wirkung für den Stadtteil, eignen sich Wissen an und arbeiten sich in vielfältige fachliche, rechtliche und organisatorische Fragestellungen ein. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wie Erfahrungen geteilt werden können und voneinander gelernt werden kann.

Mit der kostenfreien Web-Plattform „Gemeinwohl bauen praktisch“ stellen wir Erfahrungswissen, praxiserprobte Methoden und Arbeitsmittel aus mehr als zehn Jahren gemeinwohlorientierter Stadtteilentwicklung nach dem Initialkapital-Prinzip zur Verfügung. Die Plattform soll Akteur*innen dabei unterstützen, auf bestehendem Wissen aufzubauen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

In der Session stellen wir die Entstehung der Plattform und ihre Inhalte kurz vor. Anschließend diskutieren wir gemeinsam, welche digitalen Räume heute für fachlichen Austausch und die Weitergabe von Erfahrungswissen genutzt werden und welche möglicherweise noch fehlen. Die Teilnehmenden sind dabei ausdrücklich als Expert*innen angesprochen: In welchem digitalen Raum haben Sie zuletzt eine inhaltlich tiefgreifende Diskussion geführt, die Sie inspiriert und konkrete Projektentscheidungen beeinflusst hat? Gemeinsam wollen wir erkunden, wie digitale Räume gestaltet sein müssen, um gemeinsames Lernen und die Entwicklung komplexer Gemeinwohlprojekte wirksam zu unterstützen.

Referentin:

Kollektive Rechenzentren

Die Rechenzentrumsbranche ist heute weitgehend von kommerziellen Interessen geprägt. Doch welche Alternativen gibt es zu profitorientierten Eigentums- und Betreibermodellen? Und wie könnten digitale Infrastrukturen gemeinschaftlich organisiert werden?

Im Vortrag wollen wir gemeinsam alternative Modelle für den Besitz und die Verwaltung von Rechenzentren kennenlernen und kurz diskutieren. Dabei beschäftigen wir uns mit grundlegenden Konzepten, Fragen der Governance und den gesellschaftlichen Auswirkungen unterschiedlicher Organisationsformen. Zudem werfen wir einen Blick auf vergleichbare Ansätze aus anderen Bereichen, etwa Gemeinschaftsbanken, genossenschaftlichen Wohnraum oder solidarische Landwirtschaft.

Anhand bestehender Beispiele wie Nubo in Belgien, Espora in Mexiko oder Wobcom in Deutschland diskutieren wir, welche Potenziale und Herausforderungen gemeinschaftlich organisierte digitale Infrastrukturen mit sich bringen. Ziel ist es, Denkanstöße für eine breitere Debatte über die Zukunft digitaler Daseinsvorsorge zu geben und neue Perspektiven jenseits der etablierten Marktlogiken zu eröffnen.

Referent:

Der digitale BeteiligungsCheck

Wie steht es um die Bürgerbeteiligung in einer Kommune? Diese Frage lässt sich oft nur schwer beantworten, da Strukturen, Angebote und Erfahrungen der Beteiligung vielfältig sind und sich nur bedingt vergleichen lassen. Gleichzeitig wächst in vielen Kommunen der Wunsch nach einer einfachen Möglichkeit, den eigenen Entwicklungsstand einzuschätzen und gezielt weiterzuentwickeln.

Im Vortrag wird ein Online-Tool vorgestellt, mit dem Kommunen den Stand ihrer Bürgerbeteiligung systematisch einschätzen können. Das Instrument bietet eine kompakte Orientierung und macht auf einen Blick sichtbar, wo bereits Stärken bestehen und in welchen Bereichen Entwicklungsbedarf besteht. Es kann sowohl für die interne Standortbestimmung als auch für die Kommunikation nach außen genutzt werden.

Anhand des Tools werden die zugrunde liegenden Kriterien und die Funktionsweise des Ansatzes erläutert. Zudem wird gezeigt, wie Kommunen das Instrument für ihre Beteiligungspraxis nutzen können und welche Erkenntnisse sich aus seiner Anwendung gewinnen lassen.

Referent:

Der digitale BeteiligungsCheck

Die schnelle Standortbestimmung zur Bürgerbeteiligung

Wie steht es um die Bürgerbeteiligung in einer Kommune? Diese Frage lässt sich oft nur schwer beantworten, da Strukturen, Angebote und Erfahrungen der Beteiligung vielfältig sind und sich nur bedingt vergleichen lassen. Gleichzeitig wächst in vielen Kommunen der Wunsch nach einer einfachen Möglichkeit, den eigenen Entwicklungsstand einzuschätzen und gezielt weiterzuentwickeln.

Im Vortrag wird ein Online-Tool vorgestellt, mit dem Kommunen den Stand ihrer Bürgerbeteiligung systematisch einschätzen können. Das Instrument bietet eine kompakte Orientierung und macht auf einen Blick sichtbar, wo bereits Stärken bestehen und in welchen Bereichen Entwicklungsbedarf besteht. Es kann sowohl für die interne Standortbestimmung als auch für die Kommunikation nach außen genutzt werden.

Anhand des Tools werden die zugrunde liegenden Kriterien und die Funktionsweise des Ansatzes erläutert. Zudem wird gezeigt, wie Kommunen das Instrument für ihre Beteiligungspraxis nutzen können und welche Erkenntnisse sich aus seiner Anwendung gewinnen lassen.

Referent:

Kollektive Rechenzentren

Was wäre, wenn lokale Gemeinschaften eigene Rechenzentren betreiben würden?

Die Rechenzentrumsbranche ist heute weitgehend von kommerziellen Interessen geprägt. Doch welche Alternativen gibt es zu profitorientierten Eigentums- und Betreibermodellen? Und wie könnten digitale Infrastrukturen gemeinschaftlich organisiert werden?

Im Vortrag wollen wir gemeinsam alternative Modelle für den Besitz und die Verwaltung von Rechenzentren kennenlernen und kurz diskutieren. Dabei beschäftigen wir uns mit grundlegenden Konzepten, Fragen der Governance und den gesellschaftlichen Auswirkungen unterschiedlicher Organisationsformen. Zudem werfen wir einen Blick auf vergleichbare Ansätze aus anderen Bereichen, etwa Gemeinschaftsbanken, genossenschaftlichen Wohnraum oder solidarische Landwirtschaft.

Anhand bestehender Beispiele wie Nubo in Belgien, Espora in Mexiko oder Wobcom in Deutschland diskutieren wir, welche Potenziale und Herausforderungen gemeinschaftlich organisierte digitale Infrastrukturen mit sich bringen. Ziel ist es, Denkanstöße für eine breitere Debatte über die Zukunft digitaler Daseinsvorsorge zu geben und neue Perspektiven jenseits der etablierten Marktlogiken zu eröffnen.

Referent:

Mehr Gemeinwohl bauen

Koproduktive Stadtteil- und Immobilienentwicklung mit einer digitalen Plattform

Was kann der digitale Raum leisten, um gemeinschaftliche Immobilienprojekte im analogen Raum zu unterstützen? Gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung ist ein komplexer Prozess, der Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Kompetenzen zusammenbringt. Vereine, Initiativen und Organisationen entwickeln gemeinsam Projekte mit Wirkung für den Stadtteil, eignen sich Wissen an und arbeiten sich in vielfältige fachliche, rechtliche und organisatorische Fragestellungen ein. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wie Erfahrungen geteilt werden können und voneinander gelernt werden kann.

Mit der kostenfreien Web-Plattform „Gemeinwohl bauen praktisch“ stellen wir Erfahrungswissen, praxiserprobte Methoden und Arbeitsmittel aus mehr als zehn Jahren gemeinwohlorientierter Stadtteilentwicklung nach dem Initialkapital-Prinzip zur Verfügung. Die Plattform soll Akteur*innen dabei unterstützen, auf bestehendem Wissen aufzubauen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

In der Session stellen wir die Entstehung der Plattform und ihre Inhalte kurz vor. Anschließend diskutieren wir gemeinsam, welche digitalen Räume heute für fachlichen Austausch und die Weitergabe von Erfahrungswissen genutzt werden und welche möglicherweise noch fehlen. Die Teilnehmenden sind dabei ausdrücklich als Expert*innen angesprochen: In welchem digitalen Raum haben Sie zuletzt eine inhaltlich tiefgreifende Diskussion geführt, die Sie inspiriert und konkrete Projektentscheidungen beeinflusst hat? Gemeinsam wollen wir erkunden, wie digitale Räume gestaltet sein müssen, um gemeinsames Lernen und die Entwicklung komplexer Gemeinwohlprojekte wirksam zu unterstützen.

Referentin:

Schnelle KI, fragile Beteiligungskulturen

Herausforderung für Vertrauen und Teilhabe

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Arbeitsprozesse in der Verwaltung – sie verändert auch die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger. Informationen sollen schneller verfügbar sein, Anliegen zügiger bearbeitet und Kommunikation dialogorientierter gestaltet werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Vertrauen in Verwaltung und Beteiligungsprozesse erhalten und gestärkt werden kann, wenn KI zunehmend Teil kommunalen Handelns wird.

Diese Entwicklungen treffen in Leipzig auf besondere Rahmenbedingungen. Als ostdeutsche Großstadt ist die Stadt von Erfahrungen geprägt, in denen Vertrauen gegenüber staatlichen Institutionen aktiv erarbeitet werden muss. Gleichzeitig stehen Verwaltung und Zivilgesellschaft vor Herausforderungen wie begrenzten Ressourcen, wachsender Komplexität und steigenden Erwartungen an Beteiligung und Service. KI kann dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten, erhöht aber zugleich den Druck auf eine Verwaltung, deren Handlungsspielräume nicht beliebig erweiterbar sind.

Die Session beleuchtet die Chancen, Risiken und Zielkonflikte des KI-Einsatzes in Bürgerbeteiligung und Engagementförderung. Gemeinsam diskutieren wir, wie KI Beteiligung stärken, Engagement unterstützen und Verwaltungshandeln transparenter machen kann, ohne neue Irritationen oder Vertrauensverluste zu erzeugen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Transparenz, Akzeptanz und den Voraussetzungen, unter denen KI einen Beitrag zu einer lebendigen Beteiligungskultur leisten kann.

Referent*innen:

KI zwischen Ermächtigung und neuer Abhängigkeit

Wie Künstliche Intelligenz Partizipation verändern kann

KI verspricht, Bürgerbeteiligung zugänglicher, effizienter und inklusiver zu machen. Automatische Übersetzungen können Sprachbarrieren senken, Formulierungshilfen die Meinungsbildung unterstützen und KI-gestützte Auswertungen große Beteiligungsverfahren handhabbarer machen. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen: von algorithmischen Verzerrungen über intransparente Entscheidungslogiken bis hin zur Frage, ob am Ende Menschen oder Maschinen beteiligt werden.

Der Workshop nimmt diese Spannung ernst, statt sie aufzulösen. Nach einem kurzen Impuls zu Chancen und Fallstricken von KI im Beteiligungskontext arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen an konkreten Fragestellungen. Wo stärkt KI die Handlungsfähigkeit von Bürger*innen? Wo entstehen neue Abhängigkeiten? Wessen Interessen und Annahmen sind in den eingesetzten Technologien eingeschrieben? Und trägt KI dazu bei, bisher ausgeschlossene Gruppen besser zu erreichen, oder vergrößert sie bestehende digitale Ungleichheiten?

Als Praxisanker dienen Erfahrungen aus der kommunalen Beteiligungsarbeit, unter anderem mit KI-gestützten Funktionen zur Übersetzung, Zusammenfassung und Analyse von Bürgerbeiträgen. Gemeinsam diskutieren wir, wie KI verantwortungsvoll gestaltet und eingesetzt werden kann, um Beteiligung zu stärken, ohne demokratische Grundprinzipien aus dem Blick zu verlieren. Der Workshop richtet sich an Praktiker*innen aus Kommunen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, die KI nicht als Heilsversprechen, sondern als Gestaltungsaufgabe verstehen.

Referenten:

Anonym und trotzdem wertvoll

Konzepte datenschutzkonformer Datennutzung

In sozialen und zivilgesellschaftlichen Organisationen fallen täglich große Mengen an Daten an. Ob in der Online-Beratung, bei der Dokumentation von Aktivitäten oder in der Wirkungsmessung – häufig enthalten diese Daten personenbezogene Informationen. Gleichzeitig bleiben wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Angeboten oder Potenziale zur Automatisierung oft ungenutzt, weil Unsicherheiten im Umgang mit Datenschutz und DSGVO bestehen.

In diesem Workshop zeigen wir, wie personenbezogene Daten so anonymisiert werden können, dass Auswertungen möglich werden, ohne die Privatsphäre einzelner Personen zu gefährden. Nach einer verständlichen Einführung in die Grundlagen der Anonymisierung stellen wir verschiedene Ansätze vor und erläutern, wann Verfahren wie Aggregation, synthetische Daten, Differential Privacy oder Federated Learning sinnvoll eingesetzt werden können.

Dabei steht die Praxis im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen Werkzeuge und Materialien kennen, die im Civic Data Lab für den Einsatz in sozialen und zivilgesellschaftlichen Organisationen entwickelt wurden. Darüber hinaus bietet der Workshop Raum für Fragen, Anwendungsbeispiele und den Austausch über konkrete Herausforderungen im Umgang mit sensiblen Daten. Ziel ist es, einen niedrigschwelligen Einstieg in datenschutzkonforme Datennutzung zu ermöglichen und Unsicherheiten bei der praktischen Anwendung abzubauen.

Referent*innen:

Deliberation in Zeiten von KI

KI im digitalen Diskurs – Wandel und Widersprüche

Künstliche Intelligenz verändert, wie wir kommunizieren, abwägen und Entscheidungen treffen – auch in der Bürgerbeteiligung. Doch was bedeutet das konkret für Partizipationsprozesse? Welche Chancen eröffnet KI für die Gestaltung und Durchführung von Beteiligungsverfahren, und wo entstehen neue Herausforderungen für die Qualität demokratischer Teilhabe?

In diesem Workshop beleuchten wir, wie KI Beteiligungsprozesse bereits heute prägt und welche Entwicklungen sich für die Zukunft abzeichnen. Ein praxisnaher Einblick anhand eines konkreten Anwendungsbeispiels zeigt, wie KI in realen Beteiligungskontexten eingesetzt wird und welche Erfahrungen dabei gesammelt wurden. Dabei werden sowohl Potenziale als auch Grenzen und Herausforderungen des KI-Einsatzes in den Blick genommen.

Im Mittelpunkt steht der gemeinsame Austausch über die Frage, wie KI verantwortungsvoll genutzt werden kann, um Beteiligung zu unterstützen und demokratische Prozesse zu stärken. Die Teilnehmenden sind eingeladen, eigene Erfahrungen, Erwartungen und Fragestellungen einzubringen. Ziel des Workshops ist es, Chancen und Risiken gemeinsam zu reflektieren und Anforderungen an einen verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Bürgerbeteiligung herauszuarbeiten.

Referentinnen:

Trends der digitalen Demokratie

Ein Szenario Workshop

Digitale Technologien, Künstliche Intelligenz und gesellschaftliche Veränderungen verändern die Art, wie Menschen kommunizieren, sich informieren und an demokratischen Prozessen teilnehmen. Ein Blick auf mögliche Zukunftsszenarien hilft dabei, Chancen, Risiken und Handlungsoptionen frühzeitig sichtbar zu machen.

Mit dieser Session eröffnen wir den D³ Kongress und richten den Blick auf mögliche Zukünfte der digitalen Demokratie. Ausgangspunkt sind zentrale Trends sowie ausgewählte Zukunftsszenarien, die im Rahmen eines Strategic-Foresight-Prozesses zur Zukunft digitaler Diskurse und demokratischer Öffentlichkeit entwickelt wurden. Die Szenarien verstehen sich nicht als Prognosen, sondern als plausible Zukunftsbilder, die helfen, unterschiedliche Entwicklungen besser einzuordnen und heutige Entscheidungen aus einer Zukunftsperspektive zu betrachten.

Im Szenario-Workshop werden die Teilnehmenden selbst aktiv. Gemeinsam reflektieren sie die vorgestellten Zukunftsbilder, entwickeln sie weiter und diskutieren, welche Konsequenzen sich daraus für Bürgerbeteiligung, Verwaltung und Zivilgesellschaft ergeben. So setzt die Eröffnungssession den thematischen Rahmen für die Diskussionen des gesamten D³ Kongresses.

Referenten:

Ende der Demokratieförderung?

Die Zukunft von "Demokratie Leben!"

Was bedeutet die beabsichtigte grundlegende Reform des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ für Demokratieförderung und Beteiligung vor Ort? Das Programm hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte, Netzwerke und lokale Partnerschaften ermöglicht. Die geplante Neuausrichtung wirft grundlegende Fragen nach der Zukunft von Demokratieförderung, zivilgesellschaftlichem Engagement und nachhaltigen Förderstrukturen auf.

Der Workshop gibt einen Überblick über die aktuelle Situation und beleuchtet die Herausforderungen und Perspektiven, die sich für Kommunen, Zivilgesellschaft und Projektträger ergeben. Im Mittelpunkt stehen die Folgen für bestehende Strukturen, mögliche Entwicklungsszenarien sowie die Frage, wie Demokratieförderung auch unter veränderten Rahmenbedingungen gestaltet werden kann.

Im gemeinsamen Austausch diskutieren die Teilnehmenden Erfahrungen, Erwartungen und Handlungsoptionen für die Zukunft. Ziel des Workshops ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und Impulse für den weiteren Umgang mit den Veränderungen in der Demokratieförderung zu entwickeln.

Referent:

Widerstand lesen lernen

Systemisches Konsensieren als digitales Tool

Entscheidungen werden häufig nach Zustimmung getroffen – doch oft steckt der größte Erkenntnisgewinn im Widerstand. Systemisches Konsensieren verfolgt einen anderen Ansatz: Statt ausschließlich nach Mehrheiten zu suchen, werden Einwände und Widerstände sichtbar gemacht und als wertvolle Information für die Entscheidungsfindung genutzt. Gerade in digitalen Beteiligungsprozessen eröffnet dies neue Möglichkeiten, unterschiedliche Perspektiven systematisch einzubeziehen.

Der Vortrag stellt das Verfahren des Systemischen Konsensierens und seine Einsatzmöglichkeiten in der Bürgerbeteiligung vor. Es wird gezeigt, wie sich Widerstände erfassen, sichtbar machen und für tragfähigere Entscheidungen nutzen lassen. Dabei wird insbesondere auf die Potenziale digitaler Werkzeuge eingegangen, die den Einsatz der Methode in Beteiligungsprozessen unterstützen können.

Anhand von Anwendungsbeispielen wird erläutert, welche Chancen das Systemische Konsensieren für Beteiligungsverfahren bietet und in welchen Kontexten der Einsatz sinnvoll ist. Ein kostenloses digitales Tool dafür wird ausführlich vorgestellt.

Referent:

Digitales Scheitern

Warum Bürgerbeteiligung im digitalen Raum kein Selbstläufer ist

Digitale Bürgerbeteiligung gilt oft als schneller, einfacher und niedrigschwelliger als analoge Formate. Doch die Praxis zeigt: Digitale Beteiligung ist kein Selbstläufer. Nicht jedes digitale Verfahren erreicht die gewünschten Zielgruppen, schafft Vertrauen oder führt zu besseren Entscheidungen. Häufig scheitern Beteiligungsprozesse nicht an der Technik, sondern an falschen Erwartungen, unklaren Zielen oder ungeeigneten Rahmenbedingungen.

Der Vortrag wirft einen kritischen Blick auf die Ursachen digitalen Scheiterns. Anhand der Beteiligungspraxis werden typische Stolpersteine beleuchtet – von der Auswahl ungeeigneter Formate über fehlende Transparenz und Kommunikation bis hin zu unrealistischen Erwartungen an digitale Werkzeuge. Dabei geht es nicht darum, digitale Beteiligung grundsätzlich infrage zu stellen, sondern ihre Grenzen ebenso ernst zu nehmen wie ihre Potenziale.

Ziel des Vortrags ist es, ein realistischeres Verständnis dafür zu vermitteln, unter welchen Voraussetzungen digitale Bürgerbeteiligung gelingen kann. Die Session zeigt auf, welche Lehren sich aus digitalen Beteiligungsprozessen ziehen lassen.

Referent:

Online wählen und entscheiden

Kostenlose Tools für digitale Abstimmungen

Digitale Abstimmungen und Entscheidungsverfahren sind fester Bestandteil vieler Beteiligungsprozesse. Ob zur Priorisierung von Ideen, für Meinungsbilder oder zur Entscheidungsfindung – für unterschiedliche Anforderungen stehen heute zahlreiche digitale Werkzeuge zur Verfügung. Gleichzeitig fällt es oft schwer, den Überblick über die verschiedenen Angebote und ihre Einsatzmöglichkeiten zu behalten.

Der Vortrag gibt einen kompakten Überblick über kostenlose Tools für digitale Abstimmungen und Entscheidungsverfahren im Kontext von Bürgerbeteiligung. Vorgestellt werden Anwendungen für unterschiedliche Beteiligungsformate – von einfachen Umfragen über Priorisierungsverfahren bis hin zu digitalen Abstimmungs- und Wahltools. Dabei werden die jeweiligen Funktionen, Einsatzmöglichkeiten und Besonderheiten der einzelnen Werkzeuge vorgestellt.

Die Teilnehmenden lernen verschiedene Anwendungen kennen und erhalten Orientierung darüber, welche Werkzeuge für unterschiedliche Anforderungen in Beteiligungsprozessen zur Verfügung stehen.

Referent:

Wie Algorithmen Meinungsbildung prägen

Demokratiebildung mit dem Serious Game THE FEED

Wie entstehen Meinungen im digitalen Raum – und welche Rolle spielen Algorithmen dabei? Soziale Medien und Künstliche Intelligenz prägen zunehmend, welche Informationen wir wahrnehmen, wie Inhalte verbreitet werden und welche Themen öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Doch wie lassen sich diese komplexen Zusammenhänge verständlich und praxisnah vermitteln?

Die Session stellt das kostenlose Serious Game THE FEED vor und zeigt, wie sich die Mechanismen sozialer Medien, algorithmischer Empfehlungssysteme und digitaler Meinungsbildung spielerisch erfahrbar machen lassen. Im Spiel übernehmen Jugendliche die Perspektive eines Social-Media-Unternehmens und entscheiden selbst, welche Inhalte Nutzer*innen sehen. So wird erlebbar, wie algorithmische Logiken Aufmerksamkeit lenken, Emotionen verstärken und gesellschaftliche Diskurse beeinflussen.

Der Vortrag gibt Einblicke in die Konzeption, die Einsatzmöglichkeiten und erste Praxiserfahrungen mit THE FEED. Anhand des Spiels wird aufgezeigt, welchen Beitrag Serious Games zur Demokratiebildung leisten können, indem sie komplexe Zusammenhänge erfahrbar machen, Perspektivwechsel ermöglichen und zur Reflexion des eigenen Medienhandelns anregen. So eröffnet die Session einen praxisnahen Blick auf innovative Ansätze zur Förderung von Medienkompetenz und digitaler Resilienz.

Referentinnen:

Prompting for Democracy

Demokratische Prinzipien im Umgang mit generativer KI

Generative KI ist längst Teil unseres Alltags. Ob bei der Recherche, der Erstellung von Texten oder der Überarbeitung von Dokumenten – die Technologie wird in vielen Bereichen selbstverständlich genutzt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie generative KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann und welche Haltung wir als Gesellschaft gegenüber ihrem Einsatz entwickeln sollten.

Ausgangspunkt des Workshops sind die von AlgorithmWatch entwickelten Richtlinien für eine verantwortungsvolle Nutzung generativer KI. Sie bieten Orientierung für den Einsatz im politischen und zivilgesellschaftlichen Arbeitsumfeld und formulieren grundlegende Prinzipien für einen kritisch-konstruktiven Umgang mit der Technologie. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, welche Chancen generative KI eröffnet, welche Risiken mit ihrer Nutzung verbunden sind und unter welchen Bedingungen ihr Einsatz sinnvoll ist.

Nach einer kurzen Einführung in die Richtlinien arbeiten die Teilnehmenden anhand konkreter Fallbeispiele und diskutieren, wie sich die Prinzipien in der Praxis anwenden lassen. Ziel des Workshops ist es, Anregungen für den verantwortungsvollen Einsatz generativer KI im eigenen Arbeitskontext zu entwickeln und Orientierung für den Umgang mit der Technologie zu gewinnen.

Referentin:

Wie KI Beteiligung verändern kann

Beteiligungsprozesse besser planen und umsetzen

Wie können Städte und Gemeinden trotz begrenzter Ressourcen wirkungsvolle Bürgerbeteiligungsprozesse gestalten? Gerade kleinere Kommunen stehen häufig vor der Herausforderung, Beteiligungsvorhaben mit begrenzter Zeit, personellen Kapazitäten und fachlichen Ressourcen zu planen und umzusetzen. Digitale Werkzeuge können dabei unterstützen, Prozesse effizient zu strukturieren und den Einstieg in die Beteiligungsplanung zu erleichtern.

In diesem Workshop stellen wir ein neues, kostenfreies KI-Tool vor, das speziell für Verwaltungsmitarbeitende entwickelt wurde. Auf Basis eines kuratierten Wissenspools unterstützt es Kommunen dabei, Beteiligungsvorhaben strukturiert zu planen und an die jeweiligen lokalen Rahmenbedingungen anzupassen – von der ersten Idee bis zur konkreten Umsetzung.

Im Mittelpunkt steht das praktische Ausprobieren: Die Teilnehmenden lernen die zentralen Funktionen des Tools kennen, testen es anhand eigener Fragestellungen und geben Feedback zu Benutzerfreundlichkeit, Praxistauglichkeit und Weiterentwicklung. So bietet der Workshop die Möglichkeit, ein neues digitales Werkzeug kennenzulernen und seine Entwicklung aktiv mitzugestalten.

 

Referentinnen:

Das Lokale im Digitalen

Wie Kommunen digitale Öffentlichkeit jenseits von Big Tech organisieren

Lokale Information findet heute überwiegend auf Plattformen statt, die weder lokal sind noch demokratisch kontrolliert werden. Algorithmen von Facebook, TikTok oder X entscheiden darüber, welche Informationen aus Rathaus, Vereinsleben oder Nachbarschaft sichtbar werden. Gleichzeitig stellen Desinformation, Hassrede und Filterblasen Kommunen vor neue Herausforderungen. Braucht es deshalb eigene digitale Räume für lokale Öffentlichkeit – und gehören diese künftig zur kommunalen Daseinsvorsorge?

Der Vortrag stellt erste Pilotkommunen vor, die neue Ansätze für eine kommunale digitale Kommunikationsinfrastruktur erproben. Anhand dieser Beispiele wird gezeigt, wie ein neutraler digitaler Ort für Information, Austausch und lokale Öffentlichkeit aufgebaut und betrieben werden kann und welche Anforderungen sich dabei an Organisation, Moderation und Governance stellen.

Ziel des Vortrags ist es, Einblicke in aktuelle Praxisansätze zu geben und die Frage zu beleuchten, welche Rolle Kommunen künftig bei der Gestaltung digitaler Öffentlichkeiten übernehmen können. Dabei wird diskutiert, welche Chancen eine kommunale Kommunikationsinfrastruktur bietet und welche Herausforderungen mit ihrer Umsetzung verbunden sind.

 

Referenten:

Scroll, Share, Surrender

Warum wir bei Instagram, TikTok & Co. bleiben, obwohl wir es besser wissen

Wie frei ist unser digitaler Kommunikationsraum, wenn seine grundlegenden Infrastrukturen von wenigen, außereuropäischen Plattformkonzernen kontrolliert werden? Algorithmen prägen Meinungen, Plattformen beeinflussen politische Debatten und Aufmerksamkeit ist zur zentralen Währung digitaler Öffentlichkeit geworden. Politische Regulierungen wie DSA, DMA oder das NetzDG setzen wichtige Rahmenbedingungen, adressieren jedoch häufig die Folgen dieser Entwicklung und weniger die strukturellen Abhängigkeiten des heutigen Social-Media-Ökosystems.

Der Vortrag nimmt diese Machtverhältnisse in den Blick und zeigt, welche Alternativen zu den etablierten Plattformen bereits existieren. Gleichzeitig stellt er Ergebnisse repräsentativer Befragungen von Nutzer*innen sozialer Netzwerke und Messengerdienste vor. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach dem Problembewusstsein der Nutzer*innen, ihrem Umgang mit den Risiken digitaler Plattformen und den Faktoren, die einen Wechsel zu alternativen Angeboten fördern oder verhindern.

Anhand der Studienergebnisse wird diskutiert, warum Problembewusstsein allein häufig nicht ausreicht, um Nutzungsverhalten zu verändern, und welche Rolle Netzwerkeffekte, Benutzerfreundlichkeit, Interoperabilität und Governance dabei spielen. Der Vortrag eröffnet damit eine Perspektive auf die Frage, wie ein offeneres, demokratischeres und resilienteres digitales Kommunikationsökosystem entstehen kann.

Referentinnen:

Beteiligung mit KI auswerten

Der maximale Nutzen digitaler Daten

Digitale Beteiligungsprozesse bringen häufig tausende Beiträge hervor – ihre systematische Auswertung bleibt jedoch eine große Herausforderung. Genau hier setzt DIPAS_analytics an: Das KI-gestützte Auswertungstool strukturiert große Mengen an Bürgerfeedback, bündelt Themen und macht Ergebnisse für Planung und Politik übersichtlich und nutzbar.

Der Vortrag zeigt, wie sich die Vielzahl eingehender Beiträge mithilfe von KI effizient auswerten lässt, ohne die fachliche Bewertung aus der Hand zu geben. Die KI unterstützt bei der Strukturierung und Aufbereitung der Ergebnisse, während die Einordnung und Entscheidung weiterhin bei den verantwortlichen Mitarbeitenden bleiben.

Am Beispiel von DIPAS_analytics wird erläutert, wie ein souveräner und transparenter Einsatz von KI in der Verwaltung gestaltet werden kann. Das in der Hamburger Verwaltung entwickelte Open-Source-Tool setzt auf nachvollziehbare Methoden sowie transparente und austauschbare große Sprachmodelle. Zudem werden Anforderungen des EU AI Act und Erkenntnisse aus Ethik-Audits berücksichtigt, um Nachvollziehbarkeit, Prüfbarkeit und einen verantwortungsvollen Einsatz von KI sicherzustellen.

 

Referentin:

Zukunftskompetenz KI

Chancen, Risiken und Kompetenzen im pädagogischen Alltag

Wie können junge Menschen die Zusammenhänge zwischen Künstlicher Intelligenz und Demokratie besser verstehen? Für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es bislang nur wenige Materialien, die beide Themen praxisnah miteinander verbinden. Aus diesem Bedarf heraus ist eine Online-Fortbildungsreihe für pädagogische Fachkräfte entstanden.

In diesem Workshop stellen wir die Entwicklung des Projekts vor – von der ersten Idee über die Fördermittelakquise bis hin zum fertigen Weiterbildungskonzept. Die Fortbildungsreihe richtet sich sowohl an schulische als auch an außerschulische pädagogische Fachkräfte und vermittelt praxisnahe Ansätze, um die Wechselwirkungen von KI und Demokratie in der Bildungsarbeit zu thematisieren. Dabei geben wir Einblicke in die Inhalte, didaktischen Überlegungen und Erfahrungen aus der Projektentwicklung.

Der Workshop möchte zugleich den Austausch über Bildungsangebote an der Schnittstelle von KI und Demokratie anregen. Wir zeigen, wie aus einer konkreten Bedarfslage ein eigenes Bildungsformat entstanden ist, und möchten andere ermutigen, bestehende Lücken in der Bildungslandschaft selbst aufzugreifen und neue Formate zu entwickeln.

 

Referentinnen:

So sieht digitale Beteiligung 2027 aus

Was sich für Kommunen jetzt konkret verändert

Wie muss digitale Beteiligung gestaltet sein, damit sie unter den Bedingungen von 2027 noch funktioniert? Kommunen stehen heute stärker unter Druck als noch vor einem Jahr. Haushaltslagen verschärfen sich, Ressourcen werden knapper und gleichzeitig steigen die Erwartungen an Geschwindigkeit, Transparenz und Beteiligung. Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf die Gestaltung von Beteiligungsprozessen?

Im Workshop stellen wir aktuelle Trends und Erkenntnisse zur digitalen Beteiligung in Deutschland vor. Grundlage sind eigene Erfahrungen, Interviews mit Kommunen und Planungsbüros sowie die Ergebnisse einer Befragung von mehr als 500 Bürger*innen. Daraus entsteht ein aktuelles Bild davon, welche Erwartungen Bürger*innen an Beteiligung haben, wie sich Informations- und Beteiligungsverhalten verändert und welche Auswirkungen Haushaltsdruck und Personalmangel auf Beteiligungsprozesse haben.

Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf technologische Entwicklungen im Bereich der digitalen Beteiligung und zeigen, welche Anforderungen Kommunen heute an digitale Beteiligung formulieren. Die Teilnehmenden erhalten einen Einblick, welche Entwicklungen sich bereits heute abzeichnen und welche Ansätze sich daraus für eine praxistaugliche Umsetzung ableiten lassen.

 

Referent:

In 60 Minuten zum Beteiligungsportal

Wie KI und Karten Beteiligung neu denken

Ob Verkehrsberuhigung, Quartiersentwicklung, Klimaanpassung oder die Umgestaltung des öffentlichen Raums – räumliche Planungsprozesse brauchen räumliche Beteiligung. Gleichzeitig stoßen Kommunen und Planungsbüros bei steigenden Anforderungen an Inklusion, Mehrsprachigkeit und Dokumentation häufig an personelle und organisatorische Grenzen. Digitale Werkzeuge können dabei unterstützen, Beteiligungsprozesse einfacher und effizienter zu gestalten.

In diesem Workshop zeigt Pascal Fuhr, wie sich digitale Beteiligungsplattformen für räumliche Beteiligungsprozesse schnell und praxisnah erstellen lassen. Die Teilnehmenden entwickeln Schritt für Schritt eine eigene Beteiligungsplattform für ein selbst gewähltes Projekt und lernen dabei die zentralen Funktionen und Einsatzmöglichkeiten des Tools kennen.

Am Ende des Workshops verfügen die Teilnehmenden über einen eigenen Senf-Zugang sowie eine einsatzbereite Beteiligungsplattform. Darüber hinaus erhalten sie Einblicke in die Möglichkeiten digitaler Beteiligung und Informationen zu Themen wie Datenschutz, DSGVO und dem Einsatz von KI in Beteiligungsprozessen.

 

Referent:

Gemeinwohlorientierte KI – geht das?

Wie Künstliche Intelligenz sozial gerecht gestaltet werden kann und welche Herausforderungen dabei bestehen.

Künstliche Intelligenz prägt unser tägliches Leben und beeinflusst Entscheidungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Doch wie lässt sich sicherstellen, dass KI-Systeme nicht nur wirtschaftlichen Interessen dienen, sondern auch dem Gemeinwohl verpflichtet sind? Können Algorithmen so gestaltet werden, dass sie soziale Gerechtigkeit fördern und die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen? In diesem Gespräch mit zwei KI-Expertinnen werfen wir einen Blick auf die Risiken und Chancen gemeinwohlorientierter KI und beleuchten, was Gemeinwohl im Kontext von KI bedeutet und wie demokratische Prinzipien in die Entwicklung von KI-Systemen integriert werden können.
 

Moderation:

Dr. Isabella Hermann (Stiftung Zukunft Berlin)

Gäste:

Dr. Marie Blachetta (Initiative D21 e. V.)

Judith Faßbender (Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft)